Der Name „Zehentner“ ist auf den mittelalterlichen Zehnt oder Zehent (lat. decima) zurückzuführen
und wurde 1357 erstmals erwähnt. Man versteht darunter im Allgemeinen den zehnten Teil vom Grund-
besitz, der als sogenannte Steuer abzugeben war. Der Zehnt war seit dem 6. Jahrhundert die wichtigste
Abgabe der Gläubigen an die Kirche. Das war der Pfarrzehnt, der für den Unterhalt des Pfarrers bestimmt
war. Daneben gab es auch noch den Zehnt, der für den Landesherrn eingesammelt wurde.
Der Zehentner war für die pünktliche Ablieferung des Zehnt von Seiten der Bauern zuständig. Im Zehentner-
hof lagerten die abgegebenen Naturalien, bis sie von Gesandten des Kloster Neustifts bzw. des Landesherrn
abgeholt wurden.
1532 bittet Melchior Volunger den Probst Ulrich von Neustift, den Zehent von Lajen, Gröden und Umgebung für das Kloster einsammeln zu dürfen. Bekannt ist außerdem, dass er dem Kloster Neustift jährlich 70 Star Weizen, 75 Star Roggen, 130 Star Gerste und 20 Yhren Wein abgeliefert hatte (Brixener Maßeinheiten).
1547 scheint Jörg Zechneter als Besitzer des Zehentnerhofes auf.
Aus dem Jahr 1616 wird in einer Urkunde der Adelige Syman Ingramb als Zehentner und Anwaldt (Bürgermeister) von Lajen genannt.
Im 18. und frühen 19. Jahrhundert war der Zehentnerhof im Besitz der Adeligen aus dem Nonsberg stammenden Familie Gentili. Die Gentili stammen aus Denno im Nonsberg und wurden 1533 von König Ferdinand I. aufgrund militärischer Verdienste in den Venedigerkriegen von Maximilians I. geadelt. Johann Georg von Gentili war Hauptmann in Buchenstein und starb 1782, sein Bruder Johann Michael wurde 1807 ermordet.
Im Jahre 1860 erwarb Josef Ploner den stattlichen Zehentnerhof (der sich bis heute noch im Familienbesitz befindet). Viele Äcker, Wiesen, Felder und Wälder, viele Kühe und Schafe machten den Besitz dieses ansehnlichen Hofes aus, der einer der größten in Lajen war. Die Familie Ploner hatte bis in die 20 er Jahre des 20. Jahrhunderts mehrere Mägde und Knechte, die mithalfen, diesen großen Hof zu bearbeiten.